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All my life I have longed for adventure...

Ich. Einen Blog. Keine besonders gute Idee. Ich hatte mal einen Blog, damals, in der achten Klasse, als wir alle einen hatten, über zwei Einträge bin ich nicht hinausgekommen. Ich bin einfach nicht besonders gut darin, regelmäßig oder überhaupt über meine Gefühle und wasweißich zu schreiben. Ich bin der Meinung, dass es Leute gibt, die einfach dafür gemacht sind, Tagebuch zu schreiben. Sie scheinen durch die Welt zu gehen und denken sich „Oh, eine Blumenwiese, ich fühle Freude und Melancholie, denn ich denke zurück an die Zeit als…“ während wir normale Menschen denken „Oh, eine Blumenwiese. Sieht gut aus. Abgehakt.“ Um ehrlich zu sein, wäre ich gerne einer der Tagebuchtypen. Ich sehe die Welt eher als eine Masse von Tatsachen, etwas Neues ist nur für die kurze Zeit interessant, in der ich es in mein Weltbild einordnen muss, danach ist es halt da und es lohnt sich nicht, darüber zu reden oder irgendetwas zu fühlen. Wie genau komme also ausgerechnet ich darauf, einen Blog zu schreiben? Und wer bin ich überhaupt? Ich bin Christine, aus einem Dorf an der Grenze von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, habe dieses Jahr mein Abitur gemacht und gehe im August für achteinhalb Monate als Au-pair nach China, nach Peking. Da sollte ich dann doch einige Dinge erleben, die es wert sind, darüber zu berichten. Moment, August? Wir haben jetzt doch bald September? Eine Formalität. Ich bin jetzt seit fast vier Wochen hier, aber bisher hatte ich weder WLAN, noch Zeit und Willen, einen Blog zu führen oder Tagebuch zu schreiben. Jetzt werde ich versuchen, die letzte Zeit nachzukonstruieren und schreibe so, als würde ich die Dinge gerade erleben, schließlich habe ich mir Stichpunkte gemacht. Logischerweise geht dennoch einiges an Authenzität verloren, aber ich hoffe, wir holen schnell auf. Warum Au-pair? Warum China? Als ich in die neunte Klasse ging, ist meine Cousine für ein halbes Jahr nach Neuseeland gegangen. Damit war für mich klar: Ich möchte auch einmal längere Zeit im Ausland verbringen. In der zehnten Klasse zu gehen wäre mir zu plötzlich gewesen, die zehnte und elfte kamen mir zu wichtig vor und ich hatte keine Lust, ein ganzes Jahr, sechs Monate waren mir etwas zu wenig, sozusagen noch einmal zu wiederholen oder, auch möglich, zu überspringen und mir dann die ganze Zeit so vorkommen, als hätte ich etwas wichtiges verpasst, das alle anderen für unwichtig hielten. Nein, die beste Zeit schien mir direkt nach der Schule, vor der Uni. Nur wohin sollte ich gehen? Neuseeland und Australien schienen mir etwas zu weit weg, um essentiell die gleiche (westliche) Kultur zu erleben, genauso die USA. Südamerika und Afrika kamen mir nicht in den Sinn. Nein, meine Favoriten waren Irland und China. Irland, die „Emerald Isle“, voll von Gras, Ruinen, und, besonders interessant, der irischen Sprache. In Irland ein Programm zu finden war nicht schwer. Man hätte auf einem Bauernhof arbeiten können, als Au-pair oder eine Kombination der beiden. Ich wollte unbedingt als Au-pair arbeiten, zumal ich damals noch mit dem Gedanken spielte, Lehrerin zu werden. Auf einer Berufsmesse in Leipzig nahm ich an einem AIFS-Stand eine Broschüre mit, in der sie auch China als Programm anboten. Die Wahl zwischen Irland und China fiel mir nicht sonderlich schwer: Nach Irland konnte ich schnell und einfach auch so reisen, nach China… nicht. China also sollte es sein. Letzten Sommer wurde es ernst und ich wollte mich langsam an die Anmeldung machen. Bei AIFS informierte man mich darüber, dass man als AIFS Au-pair in China mindestens 19 Jahre alt sein müsse. 19 ist ein Alter, das doch eigentlich gar keine Vorzüge hat. Was kann man schon mit 19, das einem mit 18 verwehrt bleibt? Aber bei Programmantritt wäre ich schließlich erst 18, AIFS fiel also raus, eine Alternative musste her. Nach einigem Suchen im Internet stieß ich auf Starexchange. Ich muss zugeben, dass ich am Anfang etwas Angst hatte, auf eine nicht seriöse Organisation zu stoßen, schließlich fand ich keine dritte Seite, die von Starexchange berichtete. Ich überwand meine Zweifel, nicht zuletzt aus Mangel an Alternativen, und meldete mich letzten Oktober an. Die Rückmeldung durch die Organisation erfolgte sofort, die chinesische Seite meldete sich aber erst Ende April, kurz vor den Abiturprüfungen. Darüber sollte ich mir aber bitte keine Sorgen machen, „so sind die Chinesen eben“. Aus Chengdu und Shenzhen sprach ich mit den dortigen Agenturen, aus Peking sendete mir LOHO sofort einen Familienvorschlag. Wir skypten und fanden aneinander nichts auszusetzen, ich hatte meine Familie gefunden. Ich holte mir also mein Führungszeugnis und ein Gesundheitszeugnis (und versetzte die Praxishelfer mit meiner Bitte um kommunistisch-rote Tinte, die ich wahrscheinlich sowieso nicht gebraucht hätte, in Unruhe) und unterschrieb den Vertrag. Die Unterlagen aus China, die ich zur Beantragung des Visums brauchte, kamen erst kurz vor meinem geplanten Abflug, sodass zwischen letzter Formsache und Abschied weniger als zwei Wochen lagen. Ich hatte also wenig Zeit, mir Gedanken oder Sorgen zu machen. Über die Familie wusste ich so gut wie nichts, aber das fand ich nicht beunruhigend, schließlich wäre der persönliche Eindruck doch immer ganz anders als der, den man sich über das Internet macht. Was ich über sie wusste fand ich nicht schlecht, das reichte mir vollkommen.
29.8.15 15:40
 


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